· Pressemitteilung

Hohe Temperaturen im Harz: Bergwacht gibt Tipps für sicheres Wandern bei Hitze

DRK Sachsen-Anhalt

Angesichts der aktuell hohen Temperaturen rät die Bergwacht Harz Wanderinnen und Wanderern zu besonderer Vorsicht bei Touren. Aus der Einsatzerfahrung der ehrenamtlichen Retter zeigt sich immer wieder: Die Belastung durch Hitze wird häufig unterschätzt.

„Viele Wanderer trinken zu wenig, starten zu spät in den Tag oder planen ihre Touren so, als würden moderate Temperaturen herrschen“, berichtet Sandra Giebel, Landesleitung Bergwacht. Gerade an heißen Tagen könne dies schnell zu Kreislaufproblemen führen.

Hinzu kommt, dass sich die Bedingungen im Harz in den vergangenen Jahren verändert haben. Durch die zahlreichen Freiflächen infolge der Waldschäden gibt es auf vielen Wanderwegen deutlich weniger Schatten als früher. Wanderer sind dadurch oft über längere Zeiträume direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Tourenplanung bei hohen Temperaturen anpassen
Eine feste Temperaturgrenze, ab der von einer Wanderung auf den Brocken abgeraten werden kann, gibt es nicht. Mit steigenden Temperaturen nimmt jedoch auch das Risiko gesundheitlicher Probleme zu.

Bei Temperaturen um oder über 30 Grad empfiehlt die Bergwacht, Touren möglichst in die frühen Morgenstunden zu verlegen und die eigene Planung kritisch zu hinterfragen. Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, wenig Wandererfahrung oder längeren geplanten Strecken sollten prüfen, ob die Tour auf einen kühleren Tag verschoben werden kann.

Schattenreiche Wege bevorzugen
Besonders anstrengend sind bei Hitze Strecken über größere Freiflächen oder längere Anstiege mit wenig Schatten, wie beispielsweise die Wege auf den Brockengipfel.

Angenehmer sind Touren durch intakte Waldgebiete oder entlang von Flüssen und Bächen. Beispiele hierfür sind das Ilsetal, die Steinerne Renne oder das Bodetal. Intakte Wälder sorgen durch Schatten und Verdunstung für ein spürbar angenehmeres Mikroklima.

Warnsignale des Körpers ernst nehmen

Folgende Beschwerden sollten Wanderer nicht ignorieren:

• Schwindel

• Kopfschmerzen

• Übelkeit

• Muskelkrämpfe

• Ungewöhnliche Erschöpfung

• Konzentrationsstörungen

• Stark beschleunigter Puls

• Starke Sonnenbrände

Treten diese Symptome auf, sollte die Wanderung unterbrochen, ein schattiger Platz aufgesucht und ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. Verschlechtert sich der Zustand oder treten Bewusstseinsstörungen auf, ist umgehend der Notruf 112 zu wählen.

 

Das gehört bei Hitze in den Rucksack
Die Bergwacht empfiehlt für Wanderungen an heißen Tagen:

• Mindestens zwei bis drei Liter Trinkwasser pro Person

• Sonnenschutzmittel

• Kopfbedeckung

• Leichte, luftige Kleidung

• Energiereserven, beispielsweise Obst oder Müsliriegel

• Mobiltelefon mit ausreichend Akkuleistung

• Persönliche Medikamente

• Kleine Erste-Hilfe-Ausstattung

Sicher ankommen statt Gipfel erzwingen
Der wichtigste Rat der Bergwacht Sachsen-Anhalt lautet: Touren früh beginnen, regelmäßig trinken und die eigenen Grenzen realistisch einschätzen. Wer merkt, dass die Hitze zu belastend wird, sollte rechtzeitig umkehren.

Dabei gilt eine alte Bergsteigerweisheit, die gerade an heißen Sommertagen besondere Bedeutung hat: „Gipfel sind optional, die sichere Rückkehr ist Pflicht.“