· Pressemitteilung

60-jähriges Jubiläum des Freiwilligen Sozialen Jahres

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Viele ehemalige und aktuelle FSJler kamen zur Festveranstaltung zusammen

Am 1. Juni 2024 zelebrierten die DRK-Freiwilligendienste in Sachsen-Anhalt das 60-jährige Jubiläum des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) zunächst in einer offiziellen Festveranstaltung mit geladenen Gästen in der Leopoldina und anschließend ab 13:30 Uhr mit einer öffentlichen Veranstaltung im Burggraben der Moritzburg.

Das Deutsche Rote Kreuz bietet seit 1964 jungen Menschen die Möglichkeit, sich freiwillig sozial zu engagieren. Jährlich nehmen etwa 10.000 junge Menschen deutschlandweit dieses Angebot an. 

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt ist größter Träger von Freiwilligendiensten in Sachsen-Anhalt. 1.500 Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich jedes Jahr in Sachsen-Anhalt in den Freiwilligendiensten. Ca. 600 davon beim DRK.

Im FSJ leisten Jugendliche und junge Erwachsene praktische Arbeit in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten, Schulen, Behinderteneinrichtungen oder Sozialstationen und nehmen daneben an persönlichkeitsbildenden Seminaren teil.

Die klassischen Dienst-Formate FSJ und BFD wurden über die Jahre sukzessive erweitert, so dass Spezialgebiete die Bedarfe der Bewerber breitgefächert abdecken, hier z. B. FSJ an Ganztagsschulen, FSJ Wissenschaft, FSJ in der Schulbegleitung und ein FSJ mit digitaler Ausrichtung.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des FSJ ehrte das Deutsche Rote Kreuz einen ganzen Tag seine Freiwilligen zusammen mit vielen Gästen aus der Politik, Einsatzstellenvertretern und anderen Kooperationspartnern. 

10:30 Uhr startete die offizielle Festveranstaltung in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit geladenen Gästen. Neben Grußworten der Sozialministerin Dr. Petra Grimm und dem DRK-Präsidenten Roland Halang standen ehemalige und aktuelle Freiwillige sowie Einsatzstellenvertreter im Mittelpunkt der Veranstaltung. Auch der Einfluss eines FSJ auf den beruflichen Werdegang wurde mit den Protagonisten diskutiert.

"Die Bedeutung der Freiwilligendienste auf das Gemeinwohl ist nicht hoch genug einzuschätzen", betonte Sozialministerin Grimme-Benne. "Abgesehen von einem Corona-Effekt in den Jahren von 2020 bis 2023 bleiben sie weiterhin eine wesentliche Ressource für Sachsen-Anhalt. Freiwilligendienste unterstützen junge Menschen in der Berufsorientierung und ihrer persönlichen Entwicklung, tragen zur Fachkräftesicherung insbesondere im sozialen Bereich bei und begegnen der Abwanderung."

Special guest des offiziellen Teils war Marie Beimen. Sie ist Petentin der Kampagne #Freiwilligendienstestärken, die 2023 gestartet wurde. Sie schaffte es mit dieser Petition sogar bis in den Bundestag, da sie das höchstmögliche Votum (über 100.00 Unterschriften) erhielt. Dank dieser Bemühungen konnte Ende 2023 verhindert werden, dass die geplanten Kürzungen der Bundesregierung die Freiwilligendienste betreffend zurückgenommen wurden. 

Marie Beimen bedankte sich bei allen Anwesenden für das Engagement im vergangenen Jahr: „Auch Dank eurer Unterstützung wurden die geplanten Kürzungen der Bundesregierung für 2024 vollständig zurückgenommen. Allerdings können wir unsere Hände nicht in den Schoß legen. Die weitere Finanzierung der Freiwilligendienste für 2025 ist erneut ungewiss. Deswegen müssen wir weiter laut sein und die Regierung unter dem Hashtag #versprechenHalten daran erinnern, keine Kürzungen vorzunehmen.“

Auch Roland Halang, Präsident des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt merkte kritisch an: „Die Finanzierung der Freiwilligendienste ist mit Blick auf das Jahr 2025 weiterhin nicht auskömmlich geregelt. Auch hier sind uns wieder Kürzungsvorstellungen übermittelt worden. Diese machen es uns schwer, das FSJ in der gewohnten Qualität und Wirkung für alle Bereiche der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. 

Es ist unverständlich, warum ein solch wertvolles Instrument zur Unterstützung der Fachkräfte im sozialen Bereich und die damit verbundene Möglichkeit, Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen, durch diese Kürzungsabsichten so enorm geschwächt werden soll. Dass sich eine solche Investition in die Zukunft lohnt, beweist doch jeder Absolvent des FSJ allemal.“

Ab 13:30 Uhr startete dann im Burggraben der Moritzburg der öffentliche Teil der großen Jubiläumsveranstaltung. Es gab eine bunte Mischung aus musikalischen Acts, wie der Jazz-Band, Pasternack und Band aus Rostock, der Coverband Up 2 Dance sowie abends DeeJay Coop und kurzen Interviews von Freiwilligen, Einsatzstellenvertretern und Mitarbeitern der DRK-Freiwilligendienste. 

Katja Fischer, Vertreterin des Landesgeschäftsführers und Betriebsteilleiterin der DRK-Freiwilligendienste, wurde im Rahmen ihrer langjährigen Tätigkeit während der öffentlichen Veranstaltung mit einem Blumenstrauß überrascht. „Ich bin sprachlos und freue mich sehr, dass ich in meiner 24jährigen Tätigkeit in den Freiwilligendiensten so viel erleben und mitgestalten durfte. Ich freue mich vor allem mit und für unsere Freiwilligendienstleistenden, dass sie in diesem Kontext die Anerkennung erhalten, die ihnen eigentlich 365 Tage im Jahr zusteht. 

Von der Politik erhoffe ich mir zukünftig, dass dies auch mehr gesehen und vor allem in Form einer geregelten und stabilen Finanzierung gewürdigt wird“, resümiert Katja Fischer die Jubiläumsveranstaltung.

Am 21.September 2024 wird es eine weitere Jubiläumsfeier in Magdeburg geben.